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Heute
besuchte uns Dr. Heiner Fangerau vom Institut für
Medzinigeschichte der Heinrich-Heine Universität
Düsseldorf. Gemeinsam mit den Teilnehmern besprach er das Thema
Tod - einem Thema, mit dem Ärztinnen und Ärzte, aber auch
Medizinstudierende tagtäglich konfrontiert sein könnne. Denn
nicht jedes Krankenhaus funktioniert nach dem ER-Prinzip. Nicht immer
können Ärzte Lebensretter sein. Nicht selten begeleiten sie
ihre Patienten in den letzten Tagen ihres Lebens und spielen iin dieser
letzten Phase eines jeden Daseins eine wichtige Rolle. Die
überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland wünscht
sich, laut entsprechenden Umfragen, zu hause zu sterben. Die Mehrheit
stirbt, dank unserem gut ausgebauten und effizienten Gesundheitswesen,
jedoch im Krankenhaus. Dieser Widerspruch hat zur Folge, dass sich
Ärzte mit Patienten konfrontiert sehen, die sie nicht mehr retten
können und die eigentlich nicht dort sein wollen, wo sie gerade
sind. Gleichzeitig ermöglicht es die moderne Medizin, Menschen
länger künstlich am Leben zu halten als je zuvor. Die
Erhaltung des Lebens - das höchste Ziel der Medizin? Oder ist es
die Linderung des Leidens? Wie handelt man, wenn diese beiden Ziele
kollidieren?
Wie man als MedizinerIn mit einer solchen Situation umgeht, welche
Überlegungen mit dem Tod eines Patienten verbunden sind und welche
Rolle Wünsche von Anghörigen oder Patientenverfügungen
haben ist den meisten Ärztinnen und Ärzten nicht besonders
klar. Die rechtlichen, moralischen und persönlichen
Entscheidungsgrundlagen scheinen sich allzuoft zu widersprechen und
wenn noch das Pflegepersonal, die Anghörigen oder die Vorgesetzten
in die Entscheidungen einbezogen werden, so entstehen regelrechte
Dilemmata: schaltet man eine Maschine, die gegen den
ausdrücklichen Willen des Patientens in einer Notfallsituation
angeschlossen wurde wieder aus, obwohl man den Patienten retten
könnte? Zählt eine Patientenverfügung mehr als der
Wunsch der Anghörigen, wenn es darum geht bewusstlose Patienten
sterben zu lassen?
Gemeinsam mit Dr. Fangerau besprachen die Teilnehmer die diversen
Fallstricke in ethisch unklaren Fallbeispielen. Die Ergebnisse der
angeregten Diskussion hier wiederzugeben würde den Rahmen dieses
Berichts sprengen, doch es sollte gesagt werden, dass allen Teilnehmern
im Nachhinein die Bandbreite der möglichen Handlungen klarer und
die Einbeziehung unterschiedlicher Aspekte in die Entscheidungsprozesse
selbstverständlicher wurde.
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